München, 13. März 2026 – Die Frühförderstellen der Lebenshilfe München feiern ihr 50-jähriges Bestehen. Seit fünf Jahrzehnten begleiten sie Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen sowie deren Familien in einer besonders entscheidenden Lebensphase – frühzeitig, interdisziplinär und familienorientiert. Das Jubiläum wird mit einer feierlichen Veranstaltung begangen, zu der Vertreter:innen aus Politik, Fachwelt, Elternschaft sowie langjährige Wegbegleiter:innen eingeladen sind.
Die Feier wird von Sebastian Schröder, Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, eröffnet. Grußworte sprechen unter anderem die Münchner Stadträtin Barbara Likus (SPD) sowie Andrea Siemen, Aufsichtsrätin der Lebenshilfe München und stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes der Lebenshilfe Bayern. Neben der absoluten Wertschätzung gegenüber den Leistungen der Mitarbeitenden der Frühförderstellen stellt Andrea Siemen nochmal die Bedeutung der frühen Fördermechanismen dar, die im aktuellen politischen Diskurs um Kürzungen in der Eingliederungshilfe gefährdet sind: „Als Gesellschaft muss uns die hochqualifizierte Förderung der Kinder wichtig sein – und sie ist auch wirtschaftlich. Wer heute in Frühförderung investiert, investiert in Teilhabe, Bildung und Gesundheit – und entlastet morgen andere Systeme.“, mahnt die Aufsichtsratsvorsitzende.
Einen historischen Einblick in die Entwicklung der Frühförderung gibt Johannes Räpple, Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe München, der die Geschichte der Einrichtung und ihre Bedeutung für Familien in München und Umgebung beleuchtet. Im Zentrum seiner Rede steht zudem die Wertschätzung für die Mitarbeitenden der Frühförderung, die seit so vielen Jahren mit viel persönlichem Engagement diese weichenstellende Arbeit leisten.
Zu den Ehrengästen zählen unter anderem Michael Asam (SPD), weiterer stellvertretender Bezirkstagspräsident und die Bezirksrätin/ Kreisrätin Landkreis Ebersberg, Stadträtin Grafing Ottilie Eberl (Grüne). Ebenso werden Vertreter:innen aus Fachgremien und Netzwerken der Frühförderung erwartet. Besonders erfreulich ist die zahlreiche Teilnahme der Mitarbeiterinnen der Frühförderung an der Jubiläumsveranstaltung.
Ein fachlicher Höhepunkt der Veranstaltung ist der Vortrag von Dr. med. v. Hofacker, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Unter dem Titel „Elternschaft 2.0: zwischen Bindungsorientierung und elterlichem Burnout“ beleuchtet er aktuelle Herausforderungen für Familien und zeigt auf, wie entscheidend frühzeitige Unterstützungssysteme zur Stabilisierung und Stärkung von Eltern und Kindern beitragen können. Dr. von Hofacker arbeitet tiefenpsychologisch fundiert und legt besonderen Wert auf die Zusammenarbeit mit Eltern, Bezugspersonen und dem sozialen Umfeld des Kindes.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen folgt eine Videobotschaft von Claudia Köhler MdL (Grüne), Mitglied des Kuratoriums der Lebenshilfe München. Anschließend findet ein moderiertes Couchgespräch unter dem Titel
„Gemeinsam das Morgen formen – Eltern und Frühförderung im Dialog“ statt. Dabei berichtet Marie-Lena W., Mutter von Maja, aus eigener Erfahrung über ihre Zeit in der Frühförderung. Begleitet wird das Gespräch von den Therapeutinnen Charlotte Laule, Heilpädagogin und Pädagogin (M.Ed.), sowie Carmen Nugent, Physiotherapeutin und Bobath-Lehrtherapeutin, die seit vielen Jahren in der Frühförderung der Lebenshilfe München tätig sind.
Den musikalischen Rahmen gestaltet die OBA-Band „The Orchestra Extrange“ der Lebenshilfe München. Beim anschließenden Sektempfang und gemeinsamen Ausklang haben die Gäste Gelegenheit zum Austausch, zur Begegnung und zum Feiern dieses besonderen Jubiläums.
50 Jahre Engagement für Kinder und Familien
Die Frühförderstellen der Lebenshilfe München unterstützen seit 1975 Kinder mit Entwicklungsrisiken oder Behinderungen von der Geburt bis zum Schuleintritt. Ein interdisziplinäres Team aus Heilpädagog:innen, Therapeut:innen, Psycholog:innen und weiteren Fachkräften arbeitet dabei eng mit den Familien zusammen. Ziel ist es, Kinder in ihrer Entwicklung ressourcenorientiert zu fördern und Familien frühzeitig zu unterstützen.
Das 50-jährige Jubiläum würdigt nicht nur die Geschichte der Frühförderung, sondern auch das Engagement der vielen Fachkräfte, Eltern und Partnerinstitutionen, die diese Arbeit über Jahrzehnte geprägt haben.





