Die Logopädie ist ein medizinisch-therapeutisches Fachgebiet, das sich mit der Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Störungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme, des Schluckens sowie der Kommunikation und des Hörens befasst. Sie richtet sich an Menschen aller Altersgruppen von Kleinkindern mit Entwicklungsverzögerungen bis hin zu Erwachsenen, die infolge neurologischer Erkrankungen ihre Kommunikationsfähigkeit (wieder-)erlangen möchten. Ziel der logopädischen Behandlung ist es stets, die Kommunikationsfähigkeit der Betroffenen zu verbessern, wiederherzustellen oder erstmals zu entwickeln und damit gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Logopädinnen und Logopäden arbeiten eng mit Ärztinnen und Ärzten, Ergotherapeutinnen und -therapeuten sowie weiteren Gesundheitsfachberufen zusammen. Die Behandlung erfolgt auf ärztliche Verordnung und orientiert sich an individuellen Befunden sowie wissenschaftlich fundierten Therapiemethoden.

Unsere Behandlungsschwerpunkte

Eine Aphasie ist eine erworbene, neurologisch bedingte Sprachstörung, die alle sprachlichen Modalitäten betreffen kann: Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben. Sie tritt häufig als Folge eines Schlaganfalls, eines Schädel-Hirn-Traumas oder eines Hirntumors auf. Die logopädische Therapie zielt darauf ab, verlorene Sprachfunktionen so weit wie möglich wiederzugewinnen und alternative Kommunikationsstrategien zu erarbeiten.

Die Dysarthrophonie umfasst neurologisch bedingte Störungen der Sprechbewegungen, der Stimmgebung und der Atmung. Betroffene haben Schwierigkeiten, Laute, Wörter oder Sätze klar und verständlich zu artikulieren, obwohl das sprachliche Wissen erhalten ist. Ursachen sind häufig Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder Schlaganfall.

Bei einer Facialisparese kommt es durch eine Schädigung des Gesichtsnervs (Nervus facialis) zu einer vollständigen oder teilweisen Lähmung der Gesichtsmuskulatur. Dies beeinträchtigt nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch das Sprechen, Kauen und Schlucken. Die Logopädie unterstützt die Wiederherstellung der Muskelfunktion durch gezielte Übungen zur Kräftigung und Koordination der Gesichtsmuskulatur.

Unter Dysphagie versteht man eine Störung des Schluckvorgangs und/oder der Kaubewegungen, die durch neurologische oder muskuläre Erkrankungen verursacht wird, etwa nach einem Schlaganfall, bei Morbus Parkinson oder bei Tumoren im Mund- und Halsbereich. Sie kann zu ernsthaften Komplikationen wie Mangelernährung oder Lungenentzündungen führen. Logopädische Schlucktherapie umfasst Übungen zur Verbesserung der Schlucksicherheit sowie Beratung zu geeigneten Kostformen.

Bei einer phonetisch-phonologischen Störung gelingt es Kindern nicht, Sprachlaute korrekt zu bilden (phonetische Ebene) oder im Sprachsystem regelgerecht einzusetzen (phonologische Ebene). Dies führt zu schwer verständlicher Sprache und kann die schulische und soziale Entwicklung beeinträchtigen. Die Therapie fördert die Lautwahrnehmung und die präzise Lautproduktion.

Eine Dyslalie bezeichnet die fehlerhafte Bildung oder den fehlerhaften Gebrauch einzelner oder mehrerer Sprachlaute. Bestimmte Laute werden ausgelassen, ersetzt oder entstellt. Am häufigsten betroffen ist das sogenannte „Lispeln“ (Sigmatismus). Die logopädische Behandlung übt gezielt die korrekte Lautbildung und festigt diese im Alltag.

Eine Sprachentwicklungsstörung (SES) liegt vor, wenn die sprachliche Entwicklung eines Kindes nicht der Altersnorm entspricht und alle Bereiche des Sprachsystems betroffen sein können: Aussprache, Wortschatz, Grammatik und Kommunikation. Eine Sprachentwicklungsverzögerung (SEV) bezeichnet eine zeitlich verzögerte, aber in ihrer Struktur unauffällige Sprachentwicklung. Frühzeitige logopädische Intervention ist entscheidend, um Folgeprobleme in Schule und sozialer Teilhabe zu verhindern.

Die phonologische Bewusstheit beschreibt die Fähigkeit, die Lautstruktur der Sprache wahrzunehmen und zu manipulieren wie zum Beispiel Reime zu erkennen, Silben zu klatschen oder Anlaute zu isolieren. Störungen in diesem Bereich gelten als ein wesentlicher Risikofaktor für Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten. Die Logopädie fördert diese Basiskompetenzen spielerisch und systematisch.

Bei einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) ist die zentrale Weiterverarbeitung gehörter Informationen im Gehirn gestört, nicht das Hörorgan selbst. Betroffene hören zwar, können das Gehörte aber nicht ausreichend differenzieren, lokalisieren oder im Gedächtnis behalten. Dies wirkt sich oft stark auf Lernleistung, Sprachverständnis und Konzentration.

Eine myofunktionelle Störung bezeichnet eine Beeinträchtigung der Muskelkraft und -funktion im Mund- und Rachenraum sowie eine fehlerhafte Schluck- und Ruhemuster des Zungenverhaltens. Sie äußert sich häufig in einem Zungenpressen gegen oder zwischen die Zähne und kann Zahnfehlstellungen begünstigen oder verstärken. Die logopädische Therapie erfolgt gezielt vorbereitend und begleitend zur kieferorthopädischen Behandlung, um das muskuläre Gleichgewicht nachhaltig herzustellen.

Wir gestalten
Zukunft gemeinsam.